Belletristik-Lesetipp

Reni Schmid empfiehlt: „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky

Luise wächst in einem kleinen Dorf im Westerwald auf. Ein Dorf, in dem sie umgeben ist von skurrilen, besonderen, fehlerhaften und doch liebenswerten Menschen – jeder auf seine Art. Da ist zum Beispiel ihre Großmutter Selma bei der sie lebt und die immer bevor jemand im Dorf stirbt  von einem Okapi träumt. Da ist der Optiker, der Selma schon immer liebt, es ihr aber noch nie gesagt hat. Und da ist Martin, ihr bester Freund, der mit seinem alkoholkranken, mitunter gewalttätigen  Vater zusammenlebt und der seit frühester Kindheit Gewichtheben übt – mit Luise als Gewicht, weil nichts anderes zur Verfügung steht.
Marina Leky erzählt auf ganz besondere, liebevolle Weise, von den Beziehungen zwischen den Menschen im Dorf, von ihrer Fürsorge füreinander, von ihren kleinen und großen Fehlern und ihrem Versuch, trotz aller Widrigkeiten um Liebe zu ringen. Auch Luises große Liebe hat mit Widrigkeiten zu kämpfen, weil sie diese in einem jungen Mann findet, der zum Buddhismus konvertiert ist und in Japan im Kloster lebt. Und so erzählen sich die beiden aus vielen tausend Kilometern Entfernung in langen Briefen „was man von hier aus sehen kann“.
Das Buch besticht durch seine wunderbare Sprache, seine besonderen Charaktere und seine außergewöhnliche Geschichte. Es gewann nicht nur die Wahl der unabhängigen Buchhändler zum besten Buch des Jahres 2017, sondern ist auch mein absolutes Lieblingsbuch 2017.

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