Belletristik-Lese-Tipp

Reni Schmid empfiehlt: „Mittagsstunde“ von Dörte Hansen

Nach ihrem Überraschungsbestseller „Altes Land“, der im Jahr 2015 monatelang die deutschsprachigen Bestsellerlisten angeführt hat, legt Dörte Hansen mit „Mittagsstunde“ ihren zweiten Roman vor. Der Druck auf die Autorin war groß – wie oft ist man von „zweiten“ Büchern, von „Nachfolge“-Büchern enttäuscht!

Nicht so bei „Mittagsstunde“. Mir hat dieser zweite Roman sogar noch besser gefallen! Dörte Hansen ist ein ganz wunderbares Buch über eine in den vergangenen Jahrzehnten untergegangene, raue nordfriesische Dorfidylle gelungen. Dabei bedeutet Idylle nicht, dass alles glatt läuft, romantisch oder einfach wäre. Das Buch beschreibt das Leben einer kleinen nordfriesischen Dorfgemeinschaft im Wandel der Zeit und das Leben der Familie Feddersen seit der Rückkehr von Sönke Feddersen aus russischer Gefangenschaft. Ingwer Feddersen, Enkel von Sönke, hat als Jugendlicher das Dorf verlassen, um Archäologie zu studieren und kehrt Jahrzehnte später in das kleine, veränderte Dorf zurück, um seine Großeltern zu pflegen und seinem Leben, das im fernen Kiel in einer Sackgasse steckt, eine neue Richtung zu geben.

Der Roman besticht durch seine wunderschöne, warme Sprache ohne klischeehafte Romantik, knorrige, windgepeitschte friesische Charaktere und nicht zuletzt durch die humorvollen plattdeutschen Einschübe … ganz nebenbei lernt man ein bisschen platt zu snacken. Mein aktuelles Lieblingsbuch!

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