Belletristik-Lese-Tipp

Reni Schmid empfiehlt: „Der Zopf“ von Laetitia Colombani

In dem von den unabhängigen Buchhandlungen Deutschlands im vergangenen Jahr als einer der fünf besten Romane nominierten Buch, flicht die französische Autorin Laetitia Colombani aus drei berührenden Frauenschicksalen einen lesenswerten Erzählstrang. Die Geschichte von Smita, einer Unberührbaren aus Indien, Giulia, Tochter eines plötzlich verstorbenen Perückenfabrikanten aus Sizilien und Sarah, der an Krebs erkrankten kanadischen Erfolgsanwältin, erzählt von drei ganz unterschiedlichen Frauen in vollkommen unterschiedlichen Lebenssituationen. Am stärksten berührt und betroffen gemacht hat mich der indische Erzählstrang, der mit erschreckender Klarheit vor Augen führt, unter welch unfassbaren, hoffnungs- und aussichtslosen Umständen unberührbare Frauen in Indien immer noch leben und leiden müssen. Sie erzählt vom Mut der jungen Mutter, die ihrer Tochter Lalita dasselbe Schicksal ersparen möchte und alles dafür gibt und aufgibt. Parallel dazu kämpft die junge Sizilianerin Giulia um den Erhalt der kleinen Perückenmanufaktur ihres Vaters und im fernen Kanada die erfolgsverwöhnte Anwältin gegen die heimtückische Krebserkrankung, die sie komplett aus der (Karriere)bahn wirft.

Der leicht und gut zu lesende Roman, dessen Titel gleichzeitig Programm ist, erscheint am 27. März 2019 als Taschenbuch.

Dieser Beitrag wurde unter Buchempfehlungen abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.