Belletristik-Lese-Tipp

Reni Schmid empfiehlt: „Alle, außer mir“ von Francesca Melandri

„“Alle, außer mir“ ist ein epochaler Familienroman und eine Reise in die italienische Seele“ – so wird der Roman in der italienischen Zeitung La Repubblica beschrieben und trifft dieses außergewöhnliche Werk damit auf den Punkt.
Francesca Melandri entwirft in ihrem dritten Roman eine italienische Familiengeschichte über drei Generationen, die nicht nur viele Geheimnisse birgt, sondern auch tief in der (mir) unbekannten kolonialen Seele Italiens gräbt.  Alles beginnt damit, dass eines Tages ein junger afrikanischer Flüchtling vor der Tür der 46-jährigen Ilaria steht und behauptet, er sei der Enkel ihres Vaters Attilio Profeti. Dieser – über 90-jährig und schwer dement – kann die Lage nicht mehr aufklären und so beginnt Ilaria mit ihren Nachforschungen. Langsam entfaltet sich die lange Lebensgeschichte Attilio Profetis und der ganzen Familie Profeti mit allen Abgründen – und eben auch der unglaublichen und erschütternden kolonialen Vergangenheit Italiens in den dreißiger und vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Äthiopien.
Zugegeben – es ist kein „einfaches“ Buch, man liest es nicht nebenbei abends auf dem Sofa. Aber es ist ein sprachlich brillantes, unbedingt lesenswertes und wahrhaft epochales Werk, das aufzeigt, wie koloniale Vergangenheit gerade heute nachwirkt und Europa einholt. Ein wirklich wichtiges und beeindruckendes Werk!

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