Belletristik-Lese-Tipp

Renate Schmid empfiehlt: „Das Haus der Verlassenen“ von Emily Gunnis

Der Roman beginnt in den 60er Jahren im Süden Englands. Die junge Ivy, unverheiratet und schwanger, wird von ihrer Familie zur Vertuschung der „Schande“ in ein von Nonnen geführtes Heim für ledige Mütter geschickt. Das Heim entpuppt sich als Ort des Schreckens und verzweifelt schreibt die junge Frau an ihren Liebhaber Briefe und hofft vergeblich, dass er sie und das Kind rettet. Als sie die Hoffnung für sich selbst verliert, versucht sie aber noch einem anderen Mädchen zur Flucht zu verhelfen ….
60 Jahre später findet die junge Journalistin Sam bei ihren Großeltern die verzweifelten Briefe Ivys an ihren Liebhaber und beginnt – auf der Suche nach einer Story, die sie auch beruflich vorwärts bringen könnte – zu recherchieren. Ihre Recherchen bringen nicht nur erschütternde Zustände im Heim ans Tageslicht, sondern auch ein Reihe seltsamer Todesfälle …
Gunnis Debütroman ist spannend wie ein Krimi – hat mich eine schlaflose Lesenacht gekostet – und ist zugleich ein gut recherchierter historischer Roman. Er setzt den unzähligen Opfern dieser tatsächlich noch in den 60er Jahren existierenden Heime für ledige Mütter ein literarisches Denkmal und stellt vor allem die vielen, niemals zur Rechenschaft gezogenen Täter von damals bloß.

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