5. September 2019: Ein Blind-Date zum 20. Geburtstag!

Am 5. September wird das CoLibri 20 Jahre alt. Als eine von 9 Buchhandlungen deutschlandweit, haben wir im Rahmen einer Aktion zum Deutschen Buchpreis 2019 eine Blind-Date-Lesung gewonnen.  Ein richtiges Geburtstagsgeschenk für uns! Gemeinsam mit Ihnen möchten wir feiern und laden Sie herzlich ein, bei unserer Blind-Date-Lesung dabei zu sein.

Lesen wird ein Autor oder eine Autorin, der oder die es auf die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2019 geschafft hat. Der Deutsche Buchpreis ist die renommierteste Literaturauszeichnung des deutschsprachigen Raums. Am 14. Oktober wird in Frankfurt der Deutsche Buchpreis 2019 an einen der Autoren oder Autorinnen der Longlist verliehen. Vielleicht wird es ja unser Blind-Date sein. Sie als unser Geburtstagsgast erfahren erst am Abend der Lesung, wer kommt und für uns liest!

Die Lesung findet in unserer Buchhandlung am Donnerstag, 5. September um 19:30 Uhr statt, der Eintritt ist frei!

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Wir haben Sommerpause vom 26. bis 31. August 2019

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Sommer-Lesetipp

Reni Schmid empfiehlt: „Der Gesang der Flusskrebse““ von Delia Owens

„Marschland ist nicht gleich Sumpf. Marschland ist ein Ort des Lichts, wo Gras in Wasser wächst und Wasser in den Himmel fließt.“ Mit dieser betörend schönen Beschreibung des Marschlands in North Carolina beginnt der ganz besondere und unbedingt lesenswerte Debütroman der Amerikanischen Zoologin Delia Owens.
In der kleinen North Carolinischen Küstenstadt Barkley Cove kommt ein angesehener junger Mann unter mysteriösen Umständen ums Leben und schnell sind die Bewohner der kleinen Stadt davon überzeugt,  dass dies kein Unfall war, sondern die zurückgezogen und alleine im Marschland lebende junge Kya Clark  für den Tod verantwortlich sein muss. Während im einen Erzählstrang nach und nach aus dem zuerst nur mysteriösen Todesfall ein unglaublich spannender Kriminalfall wird, erlebt man im zweiten Erzählstrang,  beginnend in den 1950er Jahren, die berührende Geschichte der kleinen, wilden Kya, die sich buchstäblich mutterseelenallein durchs Leben und durchs Marschland schlägt. Bei einem ihrer Bootsausflüge ins Marschland begegnet sie dem jungen Tate Walker und eine zarte, wunderbare Kinderfreundschaft entwickelt sich im Laufe der Jahre und im Laufe des Erwachsenwerdens zu einer großen Lebensliebe…  Der Roman besticht durch wunderschöne Naturbeschreibungen und verbindet eine große Liebesgeschichte mit einem hochspannenden Kriminalfall.
„Der Gesang der Flusskrebse“ ist eine echte Entdeckung und definitiv mein Lieblingsbuch in diesem  Sommer!

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Krimi-Lese-Tipp

Reni Schmid empfiehlt: „Weiße Fracht – Lost in Fuseta“ von Gil Ribeiro

Leander Lost, deutscher Kommissar im Dienste der portugiesischen Policia Judiciaria und Asperger-Autist, ermittelt wieder gemeinsam mit seinen portugiesischen Kollegen.
Zwei zusammenhanglose Morde und eine erwartete Großlieferung von Drogen sind der Stoff, aus dem Gil Ribeiro den dritten Fall seiner „Lost in Fuseta“ Krimireihe  entwirft. Erneut gelingt dem Autor eine wunderbare Mischung aus dem bis zum Schluss spannendem Kriminalfall,  sympathischen und schrägen Ermittlern und sehr viel portugiesischem Lebensgefühl.  Neben den Fernweh auslösenden Landschafts-, Städte- und Kulinarik-Beschreibungen, macht besonders die Situationskomik –  ausgelöst durch den ganz speziellen Kommissar – den Charme dieser Krimireihe aus.

Ideal für alle, die Krimis mit Mehrwert suchen – gutes Essen, schöne Landschaften, herzerwärmende und schräge Charaktere.

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Belletristik-Lese-Tipp

Reni Schmid empfiehlt: „Love to Share – Liebe ist die halbe Miete“ von Beth O’Leary

Tiffy, unterbezahlte Lektorin eines kleinen Londoner Kreativ-Verlags, braucht nach einer fiesen Trennung dringend eine günstige Wohnung. Leon, Hospiz-Krankenpfleger in Dauernachtschicht, hat eine Wohnung, braucht aber Geld. Und so kommt es zu einer außergewöhnlichen Ein-Zimmer-Ein-Bett-WG, bei der die Bewohner zwar das Bett „teilen“, sich aber nie persönlich begegnen und die Kommunikation über charmante Post-Its und gegenseitig gekochtes Seelenfutter immer besser funktioniert. Während Leon versucht einem seiner Lieblings-Hospizbewohner einen letzten Herzenswunsch zu erfüllen und parallel seinem zu Unrecht inhaftierten Bruder zur Wiederaufnahme des Gerichtsverfahrens zu verhelfen, ist Tiffy verzweifelt bemüht sich endgültig vom psychischen Missbrauchs ihres Exfreundes zu lösen und wird dabei von ihren wunderbaren Freunden unterstützt und gestärkt.
Mit Tiffy und Leon sind Beth O’Leary unglaublich charmante und liebenswerte Charaktere gelungen. Die gesamte Geschichte ist überraschend vielschichtig, erfrischend spritzig, spannend und keineswegs flach. Neben den herzerwärmenden Hauptfiguren besticht der Roman durch nicht minder wichtige und charmante Nebencharaktere – Freunde und Familie, die das Leben wertvoll und lebenswert machen.
Definitiv die charmanteste Liebesgeschichte seit „Das Rosie-Projekt“.

Druckfrisch am 13. Mai 2019 im Diana Verlag erschienen.

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Belletristik-Lese-Tipp

Reni Schmid empfiehlt: „Wie Eulen in der Nacht“ von Maggie Stiefvater

„Nach Einbruch der Nacht ist ein Wunder sehr weit zu hören.“ Mit diesem zauberhaften Satz beginnt Maggie Stiefvaters ebenso zauberhaftes Buch – gespickt mit vielen poetisch-schönen und ganz besonderen Sätzen. Die junge Fantasy-Autorin und Künstlerin hat ein im Wortsinn „wunder“-volles Buch erschaffen.
In der Wüste Colorados gibt es einen bizarren und besonderen Ort, an dem man Wunder hören kann, Eulen bevorstehende Wunder spüren und die Familie Soria diese sichtbar machen kann. Verzweifelte Menschen pilgern nach Bicho Raro, um ihre dunklen Geheimnisse ans Licht zu bringen und durch ein Wunder ihr Leben zu ändern. Aber um sein Leben zu ändern, braucht man zwei Wunder – das erste bringt der junge Daniel Soria auf den Weg, das zweite jedoch muss der Pilger selbst wirken, indem er sich seiner Dunkelheit stellt. Erst dann kann er Bicho Raro geheilt wieder verlassen. Weil das aber nicht so einfach gelingt, ist das Leben in der kleinen Gemeinde bizarr und voller sonderbarer Gestalten, die in einem Zwischenstadium feststecken. Als Daniel Soria die wichtigste Familienregel bricht und sich in das zweite Wunder einer Pilgerin einmischt, gerät er selbst in große Gefahr …
„Wie Eulen in der Nacht“ ist ein außergewöhnliches Buch mit einer magischen Geschichte und sehr besonderen Sprache, das Jugendliche und Fantasy-Fans gleichermaßen anspricht, aber auch einfach Menschen mit Faible für besonders schöne Sätze glücklich macht.

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Belletristik-Lese-Tipp

Renate Schmid empfiehlt: „Das Haus der Verlassenen“ von Emily Gunnis

Der Roman beginnt in den 60er Jahren im Süden Englands. Die junge Ivy, unverheiratet und schwanger, wird von ihrer Familie zur Vertuschung der „Schande“ in ein von Nonnen geführtes Heim für ledige Mütter geschickt. Das Heim entpuppt sich als Ort des Schreckens und verzweifelt schreibt die junge Frau an ihren Liebhaber Briefe und hofft vergeblich, dass er sie und das Kind rettet. Als sie die Hoffnung für sich selbst verliert, versucht sie aber noch einem anderen Mädchen zur Flucht zu verhelfen ….
60 Jahre später findet die junge Journalistin Sam bei ihren Großeltern die verzweifelten Briefe Ivys an ihren Liebhaber und beginnt – auf der Suche nach einer Story, die sie auch beruflich vorwärts bringen könnte – zu recherchieren. Ihre Recherchen bringen nicht nur erschütternde Zustände im Heim ans Tageslicht, sondern auch ein Reihe seltsamer Todesfälle …
Gunnis Debütroman ist spannend wie ein Krimi – hat mich eine schlaflose Lesenacht gekostet – und ist zugleich ein gut recherchierter historischer Roman. Er setzt den unzähligen Opfern dieser tatsächlich noch in den 60er Jahren existierenden Heime für ledige Mütter ein literarisches Denkmal und stellt vor allem die vielen, niemals zur Rechenschaft gezogenen Täter von damals bloß.

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Belletristik-Lese-Tipp

Reni Schmid empfiehlt: „Der Zopf“ von Laetitia Colombani

In dem von den unabhängigen Buchhandlungen Deutschlands im vergangenen Jahr als einer der fünf besten Romane nominierten Buch, flicht die französische Autorin Laetitia Colombani aus drei berührenden Frauenschicksalen einen lesenswerten Erzählstrang. Die Geschichte von Smita, einer Unberührbaren aus Indien, Giulia, Tochter eines plötzlich verstorbenen Perückenfabrikanten aus Sizilien und Sarah, der an Krebs erkrankten kanadischen Erfolgsanwältin, erzählt von drei ganz unterschiedlichen Frauen in vollkommen unterschiedlichen Lebenssituationen. Am stärksten berührt und betroffen gemacht hat mich der indische Erzählstrang, der mit erschreckender Klarheit vor Augen führt, unter welch unfassbaren, hoffnungs- und aussichtslosen Umständen unberührbare Frauen in Indien immer noch leben und leiden müssen. Sie erzählt vom Mut der jungen Mutter, die ihrer Tochter Lalita dasselbe Schicksal ersparen möchte und alles dafür gibt und aufgibt. Parallel dazu kämpft die junge Sizilianerin Giulia um den Erhalt der kleinen Perückenmanufaktur ihres Vaters und im fernen Kanada die erfolgsverwöhnte Anwältin gegen die heimtückische Krebserkrankung, die sie komplett aus der (Karriere)bahn wirft.

Der leicht und gut zu lesende Roman, dessen Titel gleichzeitig Programm ist, erscheint am 27. März 2019 als Taschenbuch.

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Belletristik-Lese-Tipp

Reni Schmid empfiehlt: „Alle, außer mir“ von Francesca Melandri

„“Alle, außer mir“ ist ein epochaler Familienroman und eine Reise in die italienische Seele“ – so wird der Roman in der italienischen Zeitung La Repubblica beschrieben und trifft dieses außergewöhnliche Werk damit auf den Punkt.
Francesca Melandri entwirft in ihrem dritten Roman eine italienische Familiengeschichte über drei Generationen, die nicht nur viele Geheimnisse birgt, sondern auch tief in der (mir) unbekannten kolonialen Seele Italiens gräbt.  Alles beginnt damit, dass eines Tages ein junger afrikanischer Flüchtling vor der Tür der 46-jährigen Ilaria steht und behauptet, er sei der Enkel ihres Vaters Attilio Profeti. Dieser – über 90-jährig und schwer dement – kann die Lage nicht mehr aufklären und so beginnt Ilaria mit ihren Nachforschungen. Langsam entfaltet sich die lange Lebensgeschichte Attilio Profetis und der ganzen Familie Profeti mit allen Abgründen – und eben auch der unglaublichen und erschütternden kolonialen Vergangenheit Italiens in den dreißiger und vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Äthiopien.
Zugegeben – es ist kein „einfaches“ Buch, man liest es nicht nebenbei abends auf dem Sofa. Aber es ist ein sprachlich brillantes, unbedingt lesenswertes und wahrhaft epochales Werk, das aufzeigt, wie koloniale Vergangenheit gerade heute nachwirkt und Europa einholt. Ein wirklich wichtiges und beeindruckendes Werk!

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Belletristik-Lese-Tipp

Reni Schmid empfiehlt: „Mittagsstunde“ von Dörte Hansen

Nach ihrem Überraschungsbestseller „Altes Land“, der im Jahr 2015 monatelang die deutschsprachigen Bestsellerlisten angeführt hat, legt Dörte Hansen mit „Mittagsstunde“ ihren zweiten Roman vor. Der Druck auf die Autorin war groß – wie oft ist man von „zweiten“ Büchern, von „Nachfolge“-Büchern enttäuscht!

Nicht so bei „Mittagsstunde“. Mir hat dieser zweite Roman sogar noch besser gefallen! Dörte Hansen ist ein ganz wunderbares Buch über eine in den vergangenen Jahrzehnten untergegangene, raue nordfriesische Dorfidylle gelungen. Dabei bedeutet Idylle nicht, dass alles glatt läuft, romantisch oder einfach wäre. Das Buch beschreibt das Leben einer kleinen nordfriesischen Dorfgemeinschaft im Wandel der Zeit und das Leben der Familie Feddersen seit der Rückkehr von Sönke Feddersen aus russischer Gefangenschaft. Ingwer Feddersen, Enkel von Sönke, hat als Jugendlicher das Dorf verlassen, um Archäologie zu studieren und kehrt Jahrzehnte später in das kleine, veränderte Dorf zurück, um seine Großeltern zu pflegen und seinem Leben, das im fernen Kiel in einer Sackgasse steckt, eine neue Richtung zu geben.

Der Roman besticht durch seine wunderschöne, warme Sprache ohne klischeehafte Romantik, knorrige, windgepeitschte friesische Charaktere und nicht zuletzt durch die humorvollen plattdeutschen Einschübe … ganz nebenbei lernt man ein bisschen platt zu snacken. Mein aktuelles Lieblingsbuch!

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