Belletristik-Lese-Tipp

imagesX5VVWKF1Anja Cziep empfiehlt: „Ohrfeige“ von Abbas Khider 

Der Autor Abbas Khider ist auf dem deutschen Buchmarkt inzwischen ein bekannter Name. Zum Beispiel stammen „Der falsche Inder“ und „Orangen des Präsidenten“ aus seiner Feder. Seine Romane sind zeitkritisch und mit viel Menschenliebe und Humor geschrieben. Ich hatte das große Glück, den Autor persönlich bei einer Lesung letztes Jahr im Literaturhaus Stuttgart kennenzulernen und auch dieses Treffen hat mich sehr beeindruckt. Wie kann ein Mensch, dem so viel Schreckliches und viel Leid angetan wurde, dennoch so viel Lebensfreude und Liebe für die Menschheit ausstrahlen. Sein Wortschatz ist gewaltig und er beobachtet seine Romanfiguren immer mit einem zynischen Lächeln. Das macht es dem Leser leichter die Schicksale dahinter zu ertragen und zu erfassen.

In „Ohrfeige“ geht es um einen Flüchtling; Karim ist sein Name und er kommt aus dem Irak. Wie viele seiner Leidgenossen ist er über einen mühsamen Weg mit Schleppern und vielen heimtückischen Gefahren nach Deutschland gekommen. Nach Bayern in eine urige alteingesessene Provinzstadt. Das Buch erzählt realistisch über das Leben der Flüchtlinge und deren Alltag, der bestimmt ist von Langerweile und Behördengängen und von der großen Angst, wieder abgeschoben zu werden. Es zeigt das Leben von Menschen, die keine Heimat und kein Zuhause mehr haben.

Das passt natürlich super in unsere heutige Zeit, obwohl er bereits vor 5 Jahren begonnen hat das Buch zu  schreiben. Eine wahre Perle unter all den Flüchtlingsromanen.

 

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Belletristik-Lese-Tipp

Das TraumbuchKarin Marmulla-Knoblauch empfiehlt „Das Traumbuch“ von Nina George

Der ehemalige Kriegsreporter Henri ist nach einem Autounfall acht Minuten lang tot, wird wiederbelebt und liegt nun im Koma. Während er ums Überleben kämpft und zwischen Leben und Tod, Realität und Traum driftet, verändert sein Schicksal auch das Leben von Eddie und Sam. Eddie ist seine ehemalige Lebensgefährtin, die Henri verlassen hat. Eddie, die über die Trennung von Henri nie ganz hinweg gekommen ist, wird mittels einer Patientenverfügung zur Betreuung von Henri gerufen.  Zwar in neuer Beziehung, flammt ihre alte Liebe zu Henri wieder auf. Sam, Henris Sohn, durfte seinen Vater nie sehen, und auf der Suche nach ihm findet er ihn im Krankenhaus im Koma liegend. Dort begegnen sich Sam und Eddie. Es ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Ein Buch über Freundschaft, Liebe, Schuld, Tod, Vergebung und Hoffnung.

Ein schönes, sehr tiefgehendes, berührendes, aufwühlendes und teilweise mystisches Buch, das mich total in seinen Bann gezogen hat. Keine leichte Kost, aber wunderbar poetisch geschrieben.

Pressestimmen:

„Nina George begeistert mit einem beeindruckenden Roman über die Liebe und das, was Menschen verbindet – auch über den Tod hinaus.“ FÜR SIE – Buch extra , 11.04.2016 Weiterlesen

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Belletristik-Lese-Tipp

UnbenanntPetra Brunner empfiehlt von Rebecca Gablé: „Das Haupt der Welt“

Brandenburg 929: Beim blutigen Sturm durch das deutsche Heer unter König Heinrich I. wird der slawische Fürstensohn Tugomir gefangen genommen. Er und seine Schwester, die mit ansehen müssen, wie ihr Volk auf brutalste Weise ermordet wird, werden nach Magdeburg verschleppt. Dragomira wird zur Geliebten von Heinrichs Sohn Otto und Tugomir macht sich einen Namen als Heiler. Er rettet Otto das Leben und wird dessen Leibarzt und Lehrer seiner Söhne. Doch noch immer ist er Geisel und Gefangener zwischen zwei Welten. Tugomir verfällt aber nicht dem Selbstmitleid und kapituliert. Er steht standhaft für sein Volk ein und kann den Bräuchen der Sachsen nur wenig abgewinnen. Ständig stellt er den Glauben der Christen in Frage und doch kann er sich gegen die aufkommende Sympathie und Freundschaft zu Otto und seinem Bruder Thankmar nicht wehren. Als sich nach Ottos Krönung die Widersacher formieren, um den König zu stürzen, wendet er sich mit einer ungewöhnlichen Bitte an Tugomir, den Mann, der Freund und Feind zugleich ist.Beim Lesen des Romanes lernt man viel über die damalige Zeit und die Zustände des Reiches. Über die Feindschaft zwischen den Völkern, die darauf folgende Unterwerfung durch die Sachsen, die einstige Aufteilung des Landes, die Intrigen, die bitteren Kämpfe um die Sachsenkrone und den fremdartigen slawischen Glaubensvorstellungen und Traditionen.

Die grausamen Gemetzel der damaligen Zeit werden teilweise detailreich beschrieben, also nichts für zart besaitete Leser.

 

 

 

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Kinderbuch-Lese-Tipp

Kribbel krabbel KinderreimeReni Schmid empfiehlt aus dem Coppenrath Verlag  „Kribbel krabbel Kinderreime FÜR JUNGE ELTERN

Dieses kleine, handliche, wunderschön illustrierte Buch ist – wie es der Untertitel schon sagt – ein perfektes Geschenk für junge Eltern. Es enthält auf 240 Seiten nahezu alle bekannten und weniger bekannten Abzählreime, alte und neue Gedichte, Wiegen-, Schlaf- und sonstige Kinderlieder, Fingerspiele, Kreisspiele, Kniereiterspiele und Gebete. Kurz gesagt, es vereint die beliebtesten Verse aller Zeiten und ist unverzichtbar für junge Eltern und natürlich auch für Großeltern.
Das Besondere ist, dass vielen der Verse begleitende Spielanleitungen zur Seite gestellt wurden, so dass man auch bei unbekannteren Reimen und Spielen gleich loslegen kann. Außerdem gefällt mir das handliche, kompakte Format sehr gut – das Buch passt problemlos in jede Tasche und ist damit auch für unterwegs geeignet.

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Thriller-Lese-Tipp

drohnenlandPetra Wolf empfiehlt von Tom Hillenbrand „Drohnenland: Alles wird überwacht.  Alles ist sicher. Doch dann geschieht ein Mord, der alles infrage stellt.Wozu Zeugen vernehmen, wenn all ihre Bewegungen und Gespräche bereits auf einer Festplatte archiviert sind? Warum Tatorte begehen, wenn fliegende Polizeidrohnen bereits alles abfotografiert haben? Als ein Brüsseler Parlamentarier auf einem Feld nahe der Hauptstadt ermordet aufgefunden wird, glaubt Kommissar Aart van der Westerhuizen zunächst, den Fall mithilfe des beinahe allwissenden Europol-Fahndungscomputers und der brillanten Forensikerin Ava Bittmann rasch lösen zu können. Und tatsächlich gibt es verblüffend schnell einen Verdächtigen. Doch dann entdeckt er immer mehr Hinweise darauf, dass die digitale Datenspur manipuliert wurde – und gerät in eine Verschwörung, die ganz Europa in seinen Grundfesten zu erschüttern droht. (Inhaltsangebe des Verlags)

Das Buch spielt in der nahen Zukunft, die Klimakatastrophe hat stattgefunden und die globalen Machtverhältnisse haben sich verschoben. Jeder trägt Datenbrillen (Specs) und überträgt bereitwillig seine Daten überallhin, Drohnen überwachen alles und jeden, um die Verbrechensbekämpfung einfacher zu machen.  Ausgewertet wird die Totalüberwachung durch künstliche Intelligenz und Allgorithemen, die die  virtuelle Realität aufbereiten oder auch zukünftige Ereignisse prognostiziert. Die Fiktion wird in technischer Hinsicht bereits teilweise von der Realität eingeholt, beängstigend…

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Belletristik-Lese-Tipp

ende der einsamkeitPetra Mast empfielt von Benedikt Wells „ Vom Ende der Einsamkeit“: Es geht um das Überwinden der Angst. Es geht darum, wie kommt man damit zurecht, wenn man als Kind seine Eltern verliert. Es ist ein unglaublich trauriges und zugleich berührendes Buch.
Der Roman beginnt damit, dass der jüngste von drei Geschwistern, Jules, nach einem Motorradunfall aus dem Koma aufwacht und sich fragt, wie es dazu gekommen ist. Was sorgt dafür, dass ein Leben wird, wie es wird ? Er erinnert sich an seine Kindheit und die Katastrophe, die sein Leben überschattet.

Aus der Sicht des Ich-Erzählers wird über das Leben vor und nach dem Unfall erzählt, teils fortlaufend, teils in Rückblenden. Die Geschwister leben nach dem Unfall der Eltern im Internat, jeder von Ihnen geht mit dem Verlust unterschiedlich um. Jules verliert seine Geschwister aus den Augen, fühlt sich mit Alva, einer Mitschülerin sehr verbunden, schafft es jedoch nicht ihr seine Gefühle zu offenbaren. Erst als Erwachsener trifft er sie wieder .
Als er schließlich selbst Kinder hat , führt ein Schicksalsschlag Jules und seine Geschwister wieder zusammen. Jules Feststellungen wie “Das Gegengift zu Einsamkeit ist Geborgenheit“ oder „Wir selber sind der Architekt unseres Lebens“ sind Zeichen seiner Entwicklung.

Das Buch begeistert mit einer schönen Sprache. Trotz Verlust, Ängsten und der traurigen Stimmung ist das Buch letztendlich sehr lebensbejahend und definitv lesenswert !

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Belletristik-Lese-Tipp

AcevalPetra Mast empfiehlt von Naceur Charles Aceval “ Der Mann, der nicht sterben wollte“:

Sowohl das Cover des Buches, auf dem einige Wörter in arabischer Schrift zu sehen sind, als auch sein Untertitel „Märchen aus dem Maghreb“ weisen daraufhin, wo die Heimat des Autors ist: In der algerischen Sahara. Im Vorwort erfährt der Leser, daß Naceur Charles Acevals Mutter und Großmutter ihm die Geschichten und Märchen erzählten, die er in dem Buch zusammengetragen hat.

Es gibt eine Rahmengeschichte: Sie handelt von einem Mann, der große Angst hat vor dem Sterben und deshalb sein Heimatdorf verlässt, um einen Ort zu suchen, an dem es keinen Friedhof gibt – einen Ort also, an dem die Menschen nicht sterben müssen.
Auf seinem Weg begegnet er Männern und Frauen, die ihm Märchen erzählen. Diese Begegnungen mit ganz besonderen Menschen finden oft an mystischen Orten statt. Dort werden diese Schätze weitergegeben.

Besonders beeindruckt war ich von der Geschichte „Nya und Harfa“, die von List und Missgunst zweier „Freundinnen“ handelt. Eher nachdenklich macht die Erzählung vom Mädchen Habra, das von einem Löwen liebevoll und fürsorglich aufgezogen wird. Sie verdeutlicht, welch große und nachhaltige Wirkung Worte haben können.

Dieses eigenwillige Büchlein hat mich in seinen Bann gezogen. Vielleicht, weil die Geschichten soviel Weisheit vermitteln, weil sie Hoffnungen wecken, Trost spenden oder vielleicht, weil man sich stellenweise fühlt wie ein Kind im Nomadenzelt, das dem Erzähler Naceur Charles Aceval fasziniert zuhört.
Dieses Büchlein ist ein echter Schatz und absolut lesenswert.

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AuerhausReni Schmid empfiehlt von Bov Bjerg „Auerhaus„: Bov Bjerg, der Autor dieses Kleinods ist 1965 in der Nähe von Stuttgart geboren – womit schon das Wichtigste gesagt ist. Denn dieses Buch katapultiert jede und jeden, der in den 60er Jahren irgendwo in der schwäbischen Provinz geboren ist, zurück in seine Jugend! Zurück in die Zeit von Musterung und Kriegsdienstverweigerung, von endlos laufenden Kassetten und Trampern am Straßenrand. „Das hat einen guten Sound, das hat Kraft. Und plötzlich bin ich wieder 17, 18 wie die Romanhelden“, so der Autor Clemens Meyer.
Vier Oberstufenschüler ziehen zusammen in eine WG, nachdem einer der Freunde, Frieder, versucht hat, sich das Leben zu nehmen. Die Ärzte raten davon ab, wieder zu den Eltern zu ziehen und so entsteht im alten Bauernhaus von Frieders Großvater eine Dorf-WG. Und weil im alten Kassettenrekorder immerzu „Our House“ von Madness läuft, nennt der schwäbische Nachbar die WG kurzerhand Auerhaus wie Auerochse.
Im Laufe des Romans wird die WG größer, die Brandstifterin Pauline – eine Freundin aus der Psychiatrie – und der schwule Kiffer Harry ziehen auch noch ins Auerhaus ein und die Jugendlichen leben das wilde junge Leben von nicht ganz Erwachsenen, aber eben ein „richtiges“ Leben – sie frühstücken zusammen, sie kochen zusammen, klauen sich gelegentlich was sie brauchen im Supermarkt und radeln gemeinsam in die Schule. Das wunderbare WG-Leben mündet in der größten Silvesterparty, zu der nicht nur die ganze Oberstufe kommt, sondern auch die Schwulenszene aus Stuttgart und diverse Insassen der Psychiatrie.
Dieses Buch hat eine wunderbar schlichte Sprache, nicht anspruchsvoll, sondern einfach nur gut, jedes Wort sitzt, ist traurig und komisch zugleich und weckt nostalgische Gefühle, an eine Zeit, in der das ganze Leben noch frisch und unverbraucht vor einem lag.

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Thriller-Lese-Tipp

Petra Wolf empfiehlt von Ule Hansen „Neuntöter„: Berlin, Potsdamer Platz. Beim Klettern auf einem Baugerüst macht ein Junge eine grausame Entdeckung: Drei Leichen, einbandagiert in Panzertape, hängen in schwindelerregender Höhe an den Gerüststangen. Sie sehen aus wie Mumien und scheinen in dieselbe Richtung zu blicken, als würden sie auf etwas warten. Als die menschenscheue Fallanalystin Emma Carow auf den Fall angesetzt wird, ist ihr schnell klar, dass er für ihre Karriere entscheidend ist. Doch je fester sie sich verbeißt, desto mehr droht ein altes Trauma sie in den Abgrund zu ziehen. (Klappentext)
Bizarre und verstörende Morde, dazu noch die Nebengeschichte um die Hauptprotagonistin Emma, die ihr Vergewaltigungstrauma nicht verarbeitet hat und deswegen wie besessen arbeitet und überall bei ihren Kollegen aneckt…. Ein absolut spannendes Buch, das mir eine schlaflose Nacht beschert hat, weil ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte..

 

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Belletristik-Lese-Tipp

HerzenstimmenPetra Brunner empfiehlt von Jan-Philipp Sendker „Herzenstimmen“ : Zehn Jahre ist es her, seit Julia aus Burma als anderer Mensch zurückkehrte. Sie hatte ihren Vater gesucht, den Bruder gefunden und war beseelt gewesen von der schönsten Liebesgeschichte, die sie je gehört hatte. „Das Herzenhören“ – unbedingt lesen!
Doch in der Zwischenzeit wurde sie von ihrer Karriere in einer New Yorker Anwaltskanzlei längst wieder in das rastlose westliche Leben zurückgeholt. Da erreicht sie ein rätselhafter Brief ihres Bruders U Ba aus Burma, und mit dem Brief kommt nicht nur die Erinnerung zurück, sondern Julia wird auch klar, dass sie die Lehren von damals über die Liebe und das Leben vergessen hat. Und seit sie den Brief gelesen hat, geschieht Seltsames: Immer wieder spricht eine fremde innere Stimme zu ihr, deren Fragen Julia Angst machen, aber auch eine tiefe Sehnsucht wecken. Hat der alte burmesische Mönch, den sie um Rat fragt, mit seiner Vermutung recht, dass zwei Seelen in Julias Brust wohnen? Und was kann sie von dieser anderen, ihr unbekannten Seele lernen? Schon fürchtet Julia, den Verstand zu verlieren, doch dann wird ihr klar, dass nur ihr Bruder in Burma ihr helfen kann. Mit seiner Hilfe muss Julia dem Ursprung und dem Geheimnis der Stimme auf den Grund gehen, um zwei Seelen zu versöhnen und das Glück zu finden.

Jan-Philipp Sendkers Roman »Das Herzenhören« ist ein Phänomen: ein Buch, das im Laufe der Jahre Hunderttausende Leserherzen gewonnen hat – und noch immer werden es täglich mehr. Sendker hat damit eine universelle Liebesgeschichte für unsere Zeit geschrieben und mit Julia Win und ihrem Halbbruder U Ba unvergessliche Figuren geschaffen. Mit Herzenstimmen findet der Bestseller nun eine grandiose Fortsetzung, auf die unzählige Leserinnen sehnsüchtig warten. (Klappentext)

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