Kinderbuch-Lese-Tipp

Kribbel krabbel KinderreimeReni Schmid empfiehlt aus dem Coppenrath Verlag  „Kribbel krabbel Kinderreime FÜR JUNGE ELTERN

Dieses kleine, handliche, wunderschön illustrierte Buch ist – wie es der Untertitel schon sagt – ein perfektes Geschenk für junge Eltern. Es enthält auf 240 Seiten nahezu alle bekannten und weniger bekannten Abzählreime, alte und neue Gedichte, Wiegen-, Schlaf- und sonstige Kinderlieder, Fingerspiele, Kreisspiele, Kniereiterspiele und Gebete. Kurz gesagt, es vereint die beliebtesten Verse aller Zeiten und ist unverzichtbar für junge Eltern und natürlich auch für Großeltern.
Das Besondere ist, dass vielen der Verse begleitende Spielanleitungen zur Seite gestellt wurden, so dass man auch bei unbekannteren Reimen und Spielen gleich loslegen kann. Außerdem gefällt mir das handliche, kompakte Format sehr gut – das Buch passt problemlos in jede Tasche und ist damit auch für unterwegs geeignet.

Veröffentlicht unter Buchempfehlungen | Hinterlasse einen Kommentar

Thriller-Lese-Tipp

drohnenlandPetra Wolf empfiehlt von Tom Hillenbrand „Drohnenland: Alles wird überwacht.  Alles ist sicher. Doch dann geschieht ein Mord, der alles infrage stellt.Wozu Zeugen vernehmen, wenn all ihre Bewegungen und Gespräche bereits auf einer Festplatte archiviert sind? Warum Tatorte begehen, wenn fliegende Polizeidrohnen bereits alles abfotografiert haben? Als ein Brüsseler Parlamentarier auf einem Feld nahe der Hauptstadt ermordet aufgefunden wird, glaubt Kommissar Aart van der Westerhuizen zunächst, den Fall mithilfe des beinahe allwissenden Europol-Fahndungscomputers und der brillanten Forensikerin Ava Bittmann rasch lösen zu können. Und tatsächlich gibt es verblüffend schnell einen Verdächtigen. Doch dann entdeckt er immer mehr Hinweise darauf, dass die digitale Datenspur manipuliert wurde – und gerät in eine Verschwörung, die ganz Europa in seinen Grundfesten zu erschüttern droht. (Inhaltsangebe des Verlags)

Das Buch spielt in der nahen Zukunft, die Klimakatastrophe hat stattgefunden und die globalen Machtverhältnisse haben sich verschoben. Jeder trägt Datenbrillen (Specs) und überträgt bereitwillig seine Daten überallhin, Drohnen überwachen alles und jeden, um die Verbrechensbekämpfung einfacher zu machen.  Ausgewertet wird die Totalüberwachung durch künstliche Intelligenz und Allgorithemen, die die  virtuelle Realität aufbereiten oder auch zukünftige Ereignisse prognostiziert. Die Fiktion wird in technischer Hinsicht bereits teilweise von der Realität eingeholt, beängstigend…

Veröffentlicht unter Buchempfehlungen | Hinterlasse einen Kommentar

Belletristik-Lese-Tipp

ende der einsamkeitPetra Mast empfielt von Benedikt Wells „ Vom Ende der Einsamkeit“: Es geht um das Überwinden der Angst. Es geht darum, wie kommt man damit zurecht, wenn man als Kind seine Eltern verliert. Es ist ein unglaublich trauriges und zugleich berührendes Buch.
Der Roman beginnt damit, dass der jüngste von drei Geschwistern, Jules, nach einem Motorradunfall aus dem Koma aufwacht und sich fragt, wie es dazu gekommen ist. Was sorgt dafür, dass ein Leben wird, wie es wird ? Er erinnert sich an seine Kindheit und die Katastrophe, die sein Leben überschattet.

Aus der Sicht des Ich-Erzählers wird über das Leben vor und nach dem Unfall erzählt, teils fortlaufend, teils in Rückblenden. Die Geschwister leben nach dem Unfall der Eltern im Internat, jeder von Ihnen geht mit dem Verlust unterschiedlich um. Jules verliert seine Geschwister aus den Augen, fühlt sich mit Alva, einer Mitschülerin sehr verbunden, schafft es jedoch nicht ihr seine Gefühle zu offenbaren. Erst als Erwachsener trifft er sie wieder .
Als er schließlich selbst Kinder hat , führt ein Schicksalsschlag Jules und seine Geschwister wieder zusammen. Jules Feststellungen wie “Das Gegengift zu Einsamkeit ist Geborgenheit“ oder „Wir selber sind der Architekt unseres Lebens“ sind Zeichen seiner Entwicklung.

Das Buch begeistert mit einer schönen Sprache. Trotz Verlust, Ängsten und der traurigen Stimmung ist das Buch letztendlich sehr lebensbejahend und definitv lesenswert !

Veröffentlicht unter Buchempfehlungen | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Belletristik-Lese-Tipp

AcevalPetra Mast empfiehlt von Naceur Charles Aceval “ Der Mann, der nicht sterben wollte“:

Sowohl das Cover des Buches, auf dem einige Wörter in arabischer Schrift zu sehen sind, als auch sein Untertitel „Märchen aus dem Maghreb“ weisen daraufhin, wo die Heimat des Autors ist: In der algerischen Sahara. Im Vorwort erfährt der Leser, daß Naceur Charles Acevals Mutter und Großmutter ihm die Geschichten und Märchen erzählten, die er in dem Buch zusammengetragen hat.

Es gibt eine Rahmengeschichte: Sie handelt von einem Mann, der große Angst hat vor dem Sterben und deshalb sein Heimatdorf verlässt, um einen Ort zu suchen, an dem es keinen Friedhof gibt – einen Ort also, an dem die Menschen nicht sterben müssen.
Auf seinem Weg begegnet er Männern und Frauen, die ihm Märchen erzählen. Diese Begegnungen mit ganz besonderen Menschen finden oft an mystischen Orten statt. Dort werden diese Schätze weitergegeben.

Besonders beeindruckt war ich von der Geschichte „Nya und Harfa“, die von List und Missgunst zweier „Freundinnen“ handelt. Eher nachdenklich macht die Erzählung vom Mädchen Habra, das von einem Löwen liebevoll und fürsorglich aufgezogen wird. Sie verdeutlicht, welch große und nachhaltige Wirkung Worte haben können.

Dieses eigenwillige Büchlein hat mich in seinen Bann gezogen. Vielleicht, weil die Geschichten soviel Weisheit vermitteln, weil sie Hoffnungen wecken, Trost spenden oder vielleicht, weil man sich stellenweise fühlt wie ein Kind im Nomadenzelt, das dem Erzähler Naceur Charles Aceval fasziniert zuhört.
Dieses Büchlein ist ein echter Schatz und absolut lesenswert.

Veröffentlicht unter Buchempfehlungen | Hinterlasse einen Kommentar

Belletristik-Lese-Tipp

AuerhausReni Schmid empfiehlt von Bov Bjerg „Auerhaus„: Bov Bjerg, der Autor dieses Kleinods ist 1965 in der Nähe von Stuttgart geboren – womit schon das Wichtigste gesagt ist. Denn dieses Buch katapultiert jede und jeden, der in den 60er Jahren irgendwo in der schwäbischen Provinz geboren ist, zurück in seine Jugend! Zurück in die Zeit von Musterung und Kriegsdienstverweigerung, von endlos laufenden Kassetten und Trampern am Straßenrand. „Das hat einen guten Sound, das hat Kraft. Und plötzlich bin ich wieder 17, 18 wie die Romanhelden“, so der Autor Clemens Meyer.
Vier Oberstufenschüler ziehen zusammen in eine WG, nachdem einer der Freunde, Frieder, versucht hat, sich das Leben zu nehmen. Die Ärzte raten davon ab, wieder zu den Eltern zu ziehen und so entsteht im alten Bauernhaus von Frieders Großvater eine Dorf-WG. Und weil im alten Kassettenrekorder immerzu „Our House“ von Madness läuft, nennt der schwäbische Nachbar die WG kurzerhand Auerhaus wie Auerochse.
Im Laufe des Romans wird die WG größer, die Brandstifterin Pauline – eine Freundin aus der Psychiatrie – und der schwule Kiffer Harry ziehen auch noch ins Auerhaus ein und die Jugendlichen leben das wilde junge Leben von nicht ganz Erwachsenen, aber eben ein „richtiges“ Leben – sie frühstücken zusammen, sie kochen zusammen, klauen sich gelegentlich was sie brauchen im Supermarkt und radeln gemeinsam in die Schule. Das wunderbare WG-Leben mündet in der größten Silvesterparty, zu der nicht nur die ganze Oberstufe kommt, sondern auch die Schwulenszene aus Stuttgart und diverse Insassen der Psychiatrie.
Dieses Buch hat eine wunderbar schlichte Sprache, nicht anspruchsvoll, sondern einfach nur gut, jedes Wort sitzt, ist traurig und komisch zugleich und weckt nostalgische Gefühle, an eine Zeit, in der das ganze Leben noch frisch und unverbraucht vor einem lag.

Veröffentlicht unter Buchempfehlungen | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Thriller-Lese-Tipp

Petra Wolf empfiehlt von Ule Hansen „Neuntöter„: Berlin, Potsdamer Platz. Beim Klettern auf einem Baugerüst macht ein Junge eine grausame Entdeckung: Drei Leichen, einbandagiert in Panzertape, hängen in schwindelerregender Höhe an den Gerüststangen. Sie sehen aus wie Mumien und scheinen in dieselbe Richtung zu blicken, als würden sie auf etwas warten. Als die menschenscheue Fallanalystin Emma Carow auf den Fall angesetzt wird, ist ihr schnell klar, dass er für ihre Karriere entscheidend ist. Doch je fester sie sich verbeißt, desto mehr droht ein altes Trauma sie in den Abgrund zu ziehen. (Klappentext)
Bizarre und verstörende Morde, dazu noch die Nebengeschichte um die Hauptprotagonistin Emma, die ihr Vergewaltigungstrauma nicht verarbeitet hat und deswegen wie besessen arbeitet und überall bei ihren Kollegen aneckt…. Ein absolut spannendes Buch, das mir eine schlaflose Nacht beschert hat, weil ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte..

 

Veröffentlicht unter Buchempfehlungen | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Belletristik-Lese-Tipp

HerzenstimmenPetra Brunner empfiehlt von Jan-Philipp Sendker „Herzenstimmen“ : Zehn Jahre ist es her, seit Julia aus Burma als anderer Mensch zurückkehrte. Sie hatte ihren Vater gesucht, den Bruder gefunden und war beseelt gewesen von der schönsten Liebesgeschichte, die sie je gehört hatte. „Das Herzenhören“ – unbedingt lesen!
Doch in der Zwischenzeit wurde sie von ihrer Karriere in einer New Yorker Anwaltskanzlei längst wieder in das rastlose westliche Leben zurückgeholt. Da erreicht sie ein rätselhafter Brief ihres Bruders U Ba aus Burma, und mit dem Brief kommt nicht nur die Erinnerung zurück, sondern Julia wird auch klar, dass sie die Lehren von damals über die Liebe und das Leben vergessen hat. Und seit sie den Brief gelesen hat, geschieht Seltsames: Immer wieder spricht eine fremde innere Stimme zu ihr, deren Fragen Julia Angst machen, aber auch eine tiefe Sehnsucht wecken. Hat der alte burmesische Mönch, den sie um Rat fragt, mit seiner Vermutung recht, dass zwei Seelen in Julias Brust wohnen? Und was kann sie von dieser anderen, ihr unbekannten Seele lernen? Schon fürchtet Julia, den Verstand zu verlieren, doch dann wird ihr klar, dass nur ihr Bruder in Burma ihr helfen kann. Mit seiner Hilfe muss Julia dem Ursprung und dem Geheimnis der Stimme auf den Grund gehen, um zwei Seelen zu versöhnen und das Glück zu finden.

Jan-Philipp Sendkers Roman »Das Herzenhören« ist ein Phänomen: ein Buch, das im Laufe der Jahre Hunderttausende Leserherzen gewonnen hat – und noch immer werden es täglich mehr. Sendker hat damit eine universelle Liebesgeschichte für unsere Zeit geschrieben und mit Julia Win und ihrem Halbbruder U Ba unvergessliche Figuren geschaffen. Mit Herzenstimmen findet der Bestseller nun eine grandiose Fortsetzung, auf die unzählige Leserinnen sehnsüchtig warten. (Klappentext)

Veröffentlicht unter Buchempfehlungen | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Belletristik-Lese-Tipp

Sungs LadenReni Schmid empfiehlt von Karin Kalisa „Sungs Laden„: Mit „Sungs Laden“ gelingt Karin Kalisa ein überaus spritziges, warmherziges Romandebut. Die Geschichte beginnt in der Grundschule eines kleinen Viertels im Prenzlauer Berg in Berlin. Der Direktor überrascht sein Kollegium mitten in der sowieso stressigen Vorweihnachtszeit mit dem Ausrufen einer „weltoffenen Woche“, um den Schulamtsleiter versöhnlich zu stimmen. Bei 21 unterschiedlichen Nationalitäten an der Schule, sei das kein Problem und so wird jedes Kind aufgefordert, ein Kulturgut seiner Heimat vorzustellen. Sungs Sohn Minh wird von seinem Vater zur Großmutter geschickt – schließlich ist sie die Einzige, die tatsächlich in Vietnam gelebt hat, und vor vielen Jahren als Vertragsarbeiter in die DDR gekommen ist. Und tatsächlich hat die Großmutter eine Idee und begleitet am nächsten Morgen ihren Enkel zusammen mit einer großen hölzernen Puppe zur Schule und ihre Vorstellung wird das Highlight der weltoffenen Woche. Was sich nun entwickelt, ist eine nicht aufzuhaltende Alltagsrevolution deren Basislager der vietnamesische Gemischtwarenladen des studierten Archäologen Sung ist und an deren Ende in ganz Berlin gute Laune herrscht.

Das Buch ist allein sprachlich ein absolutes Highlight, voller aberwitziger Sätze und in die Geschichte ist zwischen herrlich komischen Wendungen auch viel Tiefgang und Nachdenklichkeit eingeflochten – absolut empfehlenswert.

„Kalisas größtes Kunststück ist, dass sie dieses kleine Sommermärchen so leicht und beschwingt erzählt; so wohltuend warmherzig, dass man sich fragt, warum es eigentlich nicht häufiger solche wunderbaren Bücher gibt.“ Jan Eblert, NDR Kultur.

Veröffentlicht unter Buchempfehlungen | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Belletristik-Lese-Tipp

GranatapfelkernAnja Cziep empfiehlt von Marjan Kamali „Tausendundein Granatapfelkern“ : Dieser Roman passt perfekt in unsere Zeit. Wie fühlen sich Menschen auf der Flucht? Wie gehen sie mit der inneren Zerrissenheit um? Mit den Ängsten und Sorgen? Was bedeutet Heimat?
All diese Fragen werden in diesem Buch am Beispiel der jungen Mina aufgegriffen. Mina ist 25 Jahre alt und lebte mit ihrer Familie in Teheran. Als sie 10 Jahre alt wurde, beschloss die Familie zu fliehen. Zu viel Unruhe, Grausamkeiten und Ängste mussten sie in ihrer Heimat erfahren. Das Ziel hieß Amerika. Ihr Vater, einst ein anerkannter Arzt, begann als Pizzabäcker in New York. Sehr langsam hat sich die Familie in das amerikanische Leben eingefügt. Doch das Gefühl „zuhause“ zu sein, stellte sich nicht ein. Als junge Frau begibt sie sich auf die Reise in die Vergangenheit, zurück nach Teheran, zu Familie und Freunden. Ihre Mutter begleitet sie und für beide wird es ein sehr aufregendes, gefühlvolles und nachdenkliches Eintauchen in die „alte Heimat“.
Eine Geschichte voller Lebensgefühl!

Veröffentlicht unter Buchempfehlungen | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Belletristik-Lese-Tipp

Geda-SommerReni Schmid empfiehlt von Fabio Geda „Der Sommer am Ende des Jahrhunderts„: Nach seinem internationalen Bestseller „Im Meer schwimmen Krokodile“ gelingt dem italienischen Autor Fabio Geda mit seinem aktuellen Buch erneut ein wirklich lesenswertes, sehr italienisches Buch. Der Roman fügt sich aus zwei Erzählsträngen zusammen. Zum einen wird er aus der Sicht des zwölfjährigen Zeno erzählt und beginnt in Capo Galilea auf Sizilien. Beim Angeln mit seinem Vater bricht dieser plötzlich zusammen und eine alles verändernde, lebensbedrohliche Krankheit wird diagnostiziert. Anstatt wie all die Jahre vorher den Sommer mit seinen Freunden am Meer auf Sizilien zu genießen, reist Zeno mit den Eltern nach Genua, denn hier soll der Vater die lebensnotwenige medizinische Behandlung bekommen. Im Krankenhaus stellt sich heraus, dass es nur Platz für eine Begleitperson gibt und Zeno nicht bleiben kann. Nun erfährt er von seiner Mutter, dass deren Vater, Zeno’s Großvater, den er nie kennengelernt hat für tot hielt, allein in einem kleinen piemontesischen Bergdorf lebt – und hier soll der Junge wider Willen den ganzen Sommer verbringen. Hier beginnt nun der zweite Erzählstrang – der Großvater schreibt seine Lebensgeschichte in ein Rechenheft und nimmt den Leser mit auf seine Lebensreise.

Was sich nun entwickelt ist eine wunderbar erzählte Familiengeschichte, die langsame Annäherung von Enkel und eigenbrötlerischem Großvater, das Erinnern an die totgeschwiegene Vergangenheit und ein daraus entstehendes Versöhnen mit ihr. In einzelnen Abschnitten erfährt man nach und nach aus den Notizen des Großvaters dessen sehr bewegende Lebensgeschichte und der Kreis zur Gegenwart, zum Sommer am Ende des Jahrhunderts schließt sich.

Veröffentlicht unter Buchempfehlungen | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar