Belletristik-Lese-Tipp

Renate Schmid empfiehlt: „Das Haus der Verlassenen“ von Emily Gunnis

Der Roman beginnt in den 60er Jahren im Süden Englands. Die junge Ivy, unverheiratet und schwanger, wird von ihrer Familie zur Vertuschung der „Schande“ in ein von Nonnen geführtes Heim für ledige Mütter geschickt. Das Heim entpuppt sich als Ort des Schreckens und verzweifelt schreibt die junge Frau an ihren Liebhaber Briefe und hofft vergeblich, dass er sie und das Kind rettet. Als sie die Hoffnung für sich selbst verliert, versucht sie aber noch einem anderen Mädchen zur Flucht zu verhelfen ….
60 Jahre später findet die junge Journalistin Sam bei ihren Großeltern die verzweifelten Briefe Ivys an ihren Liebhaber und beginnt – auf der Suche nach einer Story, die sie auch beruflich vorwärts bringen könnte – zu recherchieren. Ihre Recherchen bringen nicht nur erschütternde Zustände im Heim ans Tageslicht, sondern auch ein Reihe seltsamer Todesfälle …
Gunnis Debütroman ist spannend wie ein Krimi – hat mich eine schlaflose Lesenacht gekostet – und ist zugleich ein gut recherchierter historischer Roman. Er setzt den unzähligen Opfern dieser tatsächlich noch in den 60er Jahren existierenden Heime für ledige Mütter ein literarisches Denkmal und stellt vor allem die vielen, niemals zur Rechenschaft gezogenen Täter von damals bloß.

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Belletristik-Lese-Tipp

Reni Schmid empfiehlt: „Der Zopf“ von Laetitia Colombani

In dem von den unabhängigen Buchhandlungen Deutschlands im vergangenen Jahr als einer der fünf besten Romane nominierten Buch, flicht die französische Autorin Laetitia Colombani aus drei berührenden Frauenschicksalen einen lesenswerten Erzählstrang. Die Geschichte von Smita, einer Unberührbaren aus Indien, Giulia, Tochter eines plötzlich verstorbenen Perückenfabrikanten aus Sizilien und Sarah, der an Krebs erkrankten kanadischen Erfolgsanwältin, erzählt von drei ganz unterschiedlichen Frauen in vollkommen unterschiedlichen Lebenssituationen. Am stärksten berührt und betroffen gemacht hat mich der indische Erzählstrang, der mit erschreckender Klarheit vor Augen führt, unter welch unfassbaren, hoffnungs- und aussichtslosen Umständen unberührbare Frauen in Indien immer noch leben und leiden müssen. Sie erzählt vom Mut der jungen Mutter, die ihrer Tochter Lalita dasselbe Schicksal ersparen möchte und alles dafür gibt und aufgibt. Parallel dazu kämpft die junge Sizilianerin Giulia um den Erhalt der kleinen Perückenmanufaktur ihres Vaters und im fernen Kanada die erfolgsverwöhnte Anwältin gegen die heimtückische Krebserkrankung, die sie komplett aus der (Karriere)bahn wirft.

Der leicht und gut zu lesende Roman, dessen Titel gleichzeitig Programm ist, erscheint am 27. März 2019 als Taschenbuch.

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Belletristik-Lese-Tipp

Reni Schmid empfiehlt: „Alle, außer mir“ von Francesca Melandri

„“Alle, außer mir“ ist ein epochaler Familienroman und eine Reise in die italienische Seele“ – so wird der Roman in der italienischen Zeitung La Repubblica beschrieben und trifft dieses außergewöhnliche Werk damit auf den Punkt.
Francesca Melandri entwirft in ihrem dritten Roman eine italienische Familiengeschichte über drei Generationen, die nicht nur viele Geheimnisse birgt, sondern auch tief in der (mir) unbekannten kolonialen Seele Italiens gräbt.  Alles beginnt damit, dass eines Tages ein junger afrikanischer Flüchtling vor der Tür der 46-jährigen Ilaria steht und behauptet, er sei der Enkel ihres Vaters Attilio Profeti. Dieser – über 90-jährig und schwer dement – kann die Lage nicht mehr aufklären und so beginnt Ilaria mit ihren Nachforschungen. Langsam entfaltet sich die lange Lebensgeschichte Attilio Profetis und der ganzen Familie Profeti mit allen Abgründen – und eben auch der unglaublichen und erschütternden kolonialen Vergangenheit Italiens in den dreißiger und vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Äthiopien.
Zugegeben – es ist kein „einfaches“ Buch, man liest es nicht nebenbei abends auf dem Sofa. Aber es ist ein sprachlich brillantes, unbedingt lesenswertes und wahrhaft epochales Werk, das aufzeigt, wie koloniale Vergangenheit gerade heute nachwirkt und Europa einholt. Ein wirklich wichtiges und beeindruckendes Werk!

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Belletristik-Lese-Tipp

Reni Schmid empfiehlt: „Mittagsstunde“ von Dörte Hansen

Nach ihrem Überraschungsbestseller „Altes Land“, der im Jahr 2015 monatelang die deutschsprachigen Bestsellerlisten angeführt hat, legt Dörte Hansen mit „Mittagsstunde“ ihren zweiten Roman vor. Der Druck auf die Autorin war groß – wie oft ist man von „zweiten“ Büchern, von „Nachfolge“-Büchern enttäuscht!

Nicht so bei „Mittagsstunde“. Mir hat dieser zweite Roman sogar noch besser gefallen! Dörte Hansen ist ein ganz wunderbares Buch über eine in den vergangenen Jahrzehnten untergegangene, raue nordfriesische Dorfidylle gelungen. Dabei bedeutet Idylle nicht, dass alles glatt läuft, romantisch oder einfach wäre. Das Buch beschreibt das Leben einer kleinen nordfriesischen Dorfgemeinschaft im Wandel der Zeit und das Leben der Familie Feddersen seit der Rückkehr von Sönke Feddersen aus russischer Gefangenschaft. Ingwer Feddersen, Enkel von Sönke, hat als Jugendlicher das Dorf verlassen, um Archäologie zu studieren und kehrt Jahrzehnte später in das kleine, veränderte Dorf zurück, um seine Großeltern zu pflegen und seinem Leben, das im fernen Kiel in einer Sackgasse steckt, eine neue Richtung zu geben.

Der Roman besticht durch seine wunderschöne, warme Sprache ohne klischeehafte Romantik, knorrige, windgepeitschte friesische Charaktere und nicht zuletzt durch die humorvollen plattdeutschen Einschübe … ganz nebenbei lernt man ein bisschen platt zu snacken. Mein aktuelles Lieblingsbuch!

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ausERLESEN – BUCH trifft BOHNE

Neu bei uns im Sortiment:

Espresso, 100% Arabica  von der RÖSTKAMMER Altdorf, ganz speziell für das CoLibri geröstet.

 

 

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Dezember im CoLibri

Nutzen Sie unsere erweiterten Öffnungszeiten im Dezember für entspannte Weihnachtseinkäufe :

  • abends bis 18.30 Uhr geöffnet, Mittwochnachmittags geöffnet
  • vom 17. bis 21.12. durchgehend geöffnet über die Mittagszeit
  • Am 24. Dezember haben wir für Sie bis 12.30 Uhr geöffnet

Bitte beachten Sie, dass unsere Buchhandlung am 31.12.2018 geschlossen bleibt.

Nutzen Sie auch das ganz entspannte Aussuchen und Bestellen Ihrer Weihnachtswünsche über unseren Online-Shop: In Ruhe bis 16:30 Uhr Ihre Wünsche in den Warenkorb legen und am nächsten Morgen in der Buchhandlung abholen (Lieferbarkeit vorausgesetzt) – ohne dass Sie Bank- oder Kreditkartendaten hinterlegen müssen.

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Adventskalender-Tipp

Sandra Lutz empfiehlt: „Adventskalender Lichtungen 2018“ von Ann-Kathrin Blohmer und Stephanie Brall

Die Adventszeit als Erwachsener genießen und ab und zu inne zu halten um durchzuatmen? Finde ich persönlich fast unmöglich. Deswegen freue ich mich auch in diesem Jahr wieder auf den wunderschönen Adventskalender „Lichtungen“.  Anrührende Texte, welche zum Nachdenken anregen, weltlich und christlich, wundervoll geschmackvolle Illustrationen, leckere Rezepte zum Kochen und Backen, kleine einfache DIY-Basteltipps ohne viel Zusatz-Firlefanz, außergewöhnliche Anregungen, einzigartige Fotos, eine schöne Reise durch den Advent beginnt und geht mit diesem Adventskalender sogar bis zum 6. Januar. Ein tolles Geschenk für Menschen, die so etwas besonders genauso schätzen – aber eigentlich sollte man ihn am liebsten selber behalten!
Neben diesem besonderen Adventskalender finden Sie bei uns viele außergewöhnliche Adventskalender für große und kleine Weihnachtsfreunde!

 

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Belletristik-Lese-Tipp

Reni Schmid empfiehlt: „Häuser aus Sand“ von Hala Alyan

Der Roman beginnt 1963 in Nablus und erzählt die Geschichte einer palästinensischen Familie und reicht bis ins 21. Jahrhundert. Seit der Gründung des Staates Israel ist sie immer wieder von Vertreibung betroffen und bereits Salma, die Großmutter des Clans, musste mit ihrem Mann ihre schöne Heimatstadt Jaffa am Meer verlassen. Viele Jahre später bleibt auch ihren Kindern dieses Schicksal nicht erspart.
Der Roman gibt tiefe Einblicke in die palästinensische Seele und lässt verstehen, warum Frieden in dieser Region so schwierig oder gar unmöglich ist, weil Verletzungen über Generationen aufgelöst werden müssten.

Neben diesen hochspannenden historischen und politischen Einblicken in den Nahen Osten, ist „Häuser auf Sand“ ein sehr gut geschriebener, Generationen übergreifender Familienroman, der vielleicht ein wenig an „Während die Welt schlief“ von Susan Abulhawa erinnert. Ein schönes, absolut lesenswertes Buch!

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Bücher und Prosecco am 16.11.2018

Eine feste Einrichtung in Schönaich ist inzwischen die jährlich im November stattfindende Veranstaltung „Bücher und Prosecco“, gemeinsam durchgeführt von der Mediothek und CoLibri. Am Freitag, 16. November 2018 wird Christel Freitag im Bürgersaal in der Mediothek wieder lesenswerte Romane abseits der Bestsellerlisten vorstellen.

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Belletristik-Lese-Tipp

Petra Brunner empfiehlt: „Im Schatten das Licht“ von Jojo Moyes

„Sarah wächst bei ihren Großeltern auf, sie und ihren Großvater verbindet die Liebe zu Pferden. Einst war Henri ein gefeierter Dressurreiter bis das Schicksal und die Liebe seine Karriere beendete.
Täglich trainiert er die 14-jährige Sarah und ihr Pferd. Seit dem Tod von Mutter und Großmutter haben beide nur einander. Da erleidet Henri einen Schlafanfall und für Sarah ändert sich auf einmal ihr ganzes Leben. Mutig kämpft sie alleine weiter.
Natasha und ihren Mann Mac verbindet nur noch wenig. Ihre Ehe ist gescheitert, doch bis das gemeinsame Haus verkauft ist, müssen sie sich arrangieren.
Als zufällig Sarah in ihr Leben tritt, nehmen die beiden das verschlossene Mädchen bei sich auf. Das Zusammenleben ist schwierig und plötzlich ist Sarah verschwunden.
Natasha und Mac machen sich widerstrebend gemeinsam auf die Suche. Ein turbulenter Roadtrip durch England und Frankreich beginnt …“ (Klappentext)

Wieder ein schönes Buch von Jojo Moyes. Und obwohl man denkt, man weiß wie die Geschichte ausgeht, hält sie viele Überraschungen bereit.

Ein tolles Buch vor allem für Pferdeliebhaber

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