Crime, Blues und Bier-Tasting – Open Air im CoLibri-„Biergarten“

Rund fünfzig Bier-, Blues- und Krimi-Freunde fanden sich am vergangenen Freitag im Garten neben der Buchhandlung CoLibri in Schönaich ein und erlebten bei sommerlich lauen Temperaturen eine stimmige und gelungene Event-Lesung. Zu Gast war Thomas Lang, Rechtsanwalt, Kabarettist, Kolumnist im Stuttgarter Stadtmagazin LIFT und nicht zuletzt Autor der Schräggastro-Krimis um Privatermittler Minkin. „Grimmige Komik, knorrige Sätze, lakonischer Witz und eine Menge Gerstensaft“ so beschreibt der Klappentext den dritten Fall des geheimen Auftraggebers Goldberg „Auf der Suche nach dem heiligen Fass“. Lebendig, authentisch und humorvoll nahm Autor Lang die Zuhörer mit auf eine Bierkrimi-Reise nach Venedig. „Ich hab mich fast ned getraut den Bierstengel zu essen, sonst hätt ich was verpasst“ so ein Besucher, der begeistert war von Thomas Lang und seiner Rezitationskunst. Wann immer bei der Lesung ein Bier auftauchte, kam Werner Dinkelacker, passionierter Bierliebhaber und Geschäftsführer der Braumanufaktur Schönbuch ins Spiel. Mit viel Sprachwitz und interessanten Geschichten aus seiner langen Brauerfahrung und seinen unzähligen Reisen zu über 400 Brauereien weltweit, nahm er die Zuhörer mit auf eine Reise durch die Welt des Biers und stellte auf charmante Weise die ausgeschenkten Bierspezialitäten vor.  Musikalisch abgerundet wurde das Biergarten-Erlebnis durch Musiker, Bildhauer und Perfomancekünstler Thomas Putze, der die Gäste des lauen Abends mit seinen eigenen, immer passenden  Blues-Songs verzauberte.

 

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Kinderbuch-Tipp

Sandra Lutz empfiehlt: „Hörst du die Musik aus aller Welt“ von Marion Billet (Illustratorin)

Dem Fischer Sauerländer Verlag ist eine sehr schöne Soundbuch-Reihe für Kleinkinder gelungen. Zu den üblichen Themen für Kinder ab ca. 18 Monaten (Bauernhof, Fahrzeuge, Tiergeräusche usw.) zählen auch einige eher ungewöhnliche Bereiche, welche ich toll umgesetzt finde.

So finden Sie in dieser Reihe zum Beispiel: Auf Mozarts Spuren, Hörst du die Naturgeräusche? Hörst du die Tonleiter? Hörst du die Zauberflöte? Hörst du die Dschungeltiere? Hörst du Trommel, Harfe und Co.? Hörst du die Musik zum Tanzen?

Die Lautstärke ist angenehm und auf keinen Fall zu laut. Zudem lässt sich der Sound via verstecktem On/Off-Schalter hinten im Buch auch bei Bedarf ausschalten (oftmals wichtig für die Ohren der Eltern…). Die Illustrationen sind eigenwillig aber sehr besonders und ansprechend. Das Touch-Feld auf das man mit dem Finger drückt, kann ganz leicht und mühelos bedient werden und bei nochmaliger Berührung des Feldes verstummt der Sound wieder! So muss man die Melodie nicht zwingend ganz anhören. Gut gelöst!

Alles in allem eine tolle Reihe für Kleinkinder ab ca. 18 Monaten, mit zusätzlich neuen Themen rund um das Thema Musik und Instrumente. Einfach mal was anderes, auch für Eltern-Ohren!

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Krimilesung mit Biertasting und Livemusik am 29.06.18

Thomas Lang liest aus seinem Krimi „Goldbergs Heiliges Fass„, dazu gibt es ein Biertasting mit Werner Dinkelacker von Schönbuch Bräu. Musikalisch untermalt wird der Abend mit Blues-Livemusik von Thomas Putze. Die Veranstaltung findet open air bei jedem Wetter statt, Karten sind ab sofort in unserer Buchhandlung erhältlich, der Eintritt beträgt 10 €.

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Krimi-Lesetipp

Reni Schmid empfiehlt: „Lost in Fuseta – Spur der Schatten“ von Gil Ribeiro

Leander Lost, Asperger-Autist aus Hamburg und im Rahmen eines europäischen Austauschprogramms nach Fuseta an die portugiesische Algarve versetzt, ermittelt wieder gemeinsam mit seinen portugiesischen Kollegen in einem neuen Mordfall.

Mit „Lost in Fuseta“ landete der Hamburger Autor Holger Karsten Schmidt unter dem Pseudonym Gil Ribeiro im vergangenen Sommer einen Überraschungserfolg und ich habe mich bereits auf den zweiten Fall des symphytischen Ermittlertrios gefreut. Wie ich finde, ist dieser sogar noch gelungener.  Neben fantastischen  Landschafts-, Menschen- und Städtebeschreibungen, nach denen man am Liebsten direkt eine Portugalreise buchen würde, macht besonders die Situationskomik –  ausgelöst durch den ganz speziellen Kommissar – den Charme dieser neuen Krimireihe aus.

Ideal für alle, die Krimis mit Mehrwert suchen – gutes Essen, schöne Landschaften, herzerwärmende und schräge Charaktere.

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Belletristik-Lesetipp

Unsere Praktikantin Leonie empfiehlt ihr Lieblingsbuch:
Bob der Streuner

In meinem Buch geht es um eine wahre Geschichte:
Ein Straßenmusiker namens Jake Brown findet einen verletzten Kater und geht mit seinem letzten Geld mit ihm zum Tierarzt. Danach will der Kater nicht  mehr weg von Jake  und läuft ihm die ganze Zeit  hinterher. Er folgt Jake  in den Bus und zu seinem Job auf die Straße – Jake ist Straßenmusiker.  Jake nimmt den Kater auf und gibt ihm den Namen Bob und am nächsten Tag nimmt Jake Bob mit zum Singen.

Jake bekommt auf einmal viel mehr Aufmerksamkeit und immer mehr Geld beim Singen und alle wollen mit Bob Fotos machen. Eines Tages wird eine Autorin auf ihn aufmerksam und fragt Jake nach seinem Leben und ob sie ein Buch über sein Leben schreiben darf. Jake ist einverstanden und seitdem ist Jake berühmt und es gibt noch mehr Bücher und sogar einen Film über Jake und seinen Kater.

Aber überzeugt euch doch selbst von der tollen Geschichte!

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Belletristik-Lesetipp

Petra Brunner empfiehlt:
„Die Geschichte des Wassers“ von Maja Lunde

Wie schon in Ihrem Roman „Die Geschichte der Bienen“ erzählt Maja Lunde zwei Geschichten, die ganz am Ende zusammenfinden. In der „Geschichte des Wassers“ erzählt sie die Geschichte der 70-jährigen Umweltaktivistin Signe, die sich im Jahr 2017 auf eine riskante Reise mit ihrem Segelboot macht. Mit ihrer schweren Fracht möchte sie die französische Küste erreichen, um dort den Mann zur Rede zu stellen, der einmal die Liebe ihres Lebens war. Als beide noch für den Erhalt der Gletscher gekämpft haben.

2041 werden David und seine kleine Tochter, wie so viele andere Menschen auch, gezwungen, vor der großen Dürre in den Norden zu flüchten. In einem Auffanglager mit tausenden anderen hungrigen und durstigen Menschen gibt es längst nicht genug Trinkwasser für alle. David ist verzweifelt auf der Suche nach seiner Frau und seinem jüngeren Sohn, die er bei der Flucht verloren hat. Doch bei dem jungen Vater und seiner kleinen Tochter keimt Hoffnung auf, als sie an einem vertrockneten Garten ein altes Segelboot entdecken, das sie vom tristen und immer hoffnungsloseren Aufenthalt im Lager ablenkt.

„Virtuos verknüpft Maja Lunde das Leben und Lieben der Menschen mit dem, woraus alles Leben gemacht ist: dem Wasser. Ihr neuer Roman „Die Geschichte des Wassers“ ist nach „Die Geschichte der Bienen“ der zweite Teil eines großen „Klima-Quartetts“, das sich den wichtigsten Fragen unserer Zeit widmet – den Folgen unseres Handelns für Klima und Natur, für das Miteinander der Menschen und die kommenden Generationen.“ (Klappentext)

 

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Kinderbuch-Lesetipp

Reni Schmid empfiehlt: „Schwäbisch fürs gloi Buddsale“ von Gaby van Emmerich

Es lebe der Dialekt! Dieses überaus reizende Pappbilderbuch mit wunderschönen Illustrationen von Gaby van Emmerich, erklärt dem „gloina Buddsale“ die Welt auf schwäbisch! Sehr vergnüglich werden rund um den Alltag des Kleinkinds alle möglichen Begriffe in schönstem Schwäbisch benannt und bringen schon die Kleinsten zum „schwätza“. Da fehlt weder der „Bräschdleng“ noch der „Buddslomba“ und auch das „Droddwaar“ hat Einzug in dieses erste schwäbische Dialekt-Pappbilderbuch gefunden.

Ein ideales Geschenk zur Geburt, Taufe oder einfach so … zur Aufrechterhaltung des schwäbischen Dialekts!

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Belletristik-Lesetipp

Petra Mast empfiehlt: „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“ von Peter Stamm.

Sehr verwirrend ist es für den Ich-Erzähler, als er beim Besuch seines Heimatdorfes  niemand geringerem als sich selbst, seinem „Anderen Ich“ von damals begegnet. Es ist nicht nur ein junger Mann, der gewisse Ähnlichkeiten mit ihm hat, sondern er beschreitet die exakt gleichen Lebenswege, die er damals selbst ging. Er liebt die gleiche Frau, die auch er begehrte und er steckt auch in den Anfängen einer Schriftstellerlaufbahn, so wie einst er selbst. Ruhelos und aufgewühlt folgt er seinem vermeintlichen Ich. Soll er in das Leben des jungen Mannes eingreifen, um ihm eine andere, möglicherweise bessere Wendung zu geben? Soll er ihn vor den Unwägbarkeiten der Zukunft warnen? Sind Korrekturen überhaupt möglich? Er entscheidet sich für einen anderen Weg: Ein Treffen mit der Frau (Lena), die nun mit seinem jüngeren Ich zusammenlebt und die die gleichen Züge trägt, wie seine verlorene Liebe von damals (Magdalena).
„Irgendwann musste uns das Glück abhandengekommen sein, ich wusste nicht, wie und warum es geschehen war.“ Mit Sätzen wie diesem erzählt Christoph der sehr viel jüngeren Lena aus seinem Leben. Ein Spiel der Vergangenheit mit der Gegenwart, aus dem keiner unbeschadet herausgehen wird.
Mit leisen, aber eindringlichen Worten erfährt der Leser von den zwei Wirklichkeiten der beiden Protagonisten: „wenigstens ein paar Stunden wollte ich in der Illusion leben, ich sei noch einmal jung und könnte meinem Leben eine andere Wendung geben.“ Beeindruckend, wie Peter Stamm damit die Individualität des eigenen Lebens in Frage stellt, wie er die Angst vor der Austauschbarkeit und ein Gefühl von Fatalismus spürbar macht.

Unweigerlich stellte ich mir die Frage: ist das Leben eine ständige Wiederholung?
Ein lesenswertes, keineswegs „sanftes“ oder „gleichgültiges“ Buch!

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Krimi-Lesetipp

Petra Brunner empfiehlt: „Chateau Mort“ von Alexander Oetker

Luc Verlains erster Sommer als Kommissar im Aquitaine neigt sich dem Ende entgegen – doch kurz vor der Erntezeit der edelsten Weine wird Frankreich noch einmal von einer Hitzewelle erfasst. Ausgerechnet jetzt findet der Marathon du Médoc statt, wo die Läufer in bunten Kostümen antreten und unterwegs von den Winzern der Region versorgt werden. Ein riesiges Spektakel, das für Luc noch schöner wird, weil seine Angebetete Anouk nach einer geheimnisvollen Italienreise zurückkehrt. Gemeinsam stehen sie im Schlossgarten von Lucs bestem Freund Richard, der die Marathonläufer mit einem feinen Rotwein verköstigt. Plötzlich brechen einige Sportler zusammen, ein Politiker kommt nur knapp mit dem Leben davon und ausgerechnet der sympathische Winzer Hubert stirbt. So sehr sich Luc auch dagegen sträubt: Alle Spuren führen zu Richard, denn der steckt offenbar in ernsten finanziellen Schwierigkeiten. Der Commissaire muss sich bald entscheiden zwischen der Loyalität zu seinem alten Freund und den Gefühlen für seine Partnerin Anouk, die Richard längst für den Täter hält.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an sehr angesprochen. Ich bin abgetaucht in die traumhafte Weingegend im Aquitaine im Südwesten Frankreichs. Ich bin mit dem sympathischen Commissaire Luc in der Hitze durch die Weinberge gelaufen, in den Bars gesessen, habe gutes Essen genossen und den vollmundigen Wein sich auf meiner Zunge entfalten lassen.

 

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Kinderbuch-Lesetipp

Petra Mast empfiehlt „35 Kilo Hoffnung“ von Anna Gavalda

David ist 13. Er hasst die Schule, schon der Geruch dort macht ihn krank und er hat das Gefühl, ein totaler Versager zu sein: Er ist zweimal sitzen geblieben, nun soll er die Schule wechseln. Seine Eltern, die sich schon längere Zeit nicht mehr gut verstehen, glauben, er müsse nur härter arbeiten und lernen. Aber David merkt, dass ihm das nicht gelingt, obwohl er sich anstrengt. Er lebt auf, wenn er bei seinem Großvater Leon ist und mit ihm in seinem Schuppen bastelt, baut oder geniale Sachen erfindet. David erkennt: So kann es nicht weitergehen, immer mit Magenschmerzen zur Schule und keine neue Schule will ihn haben. Durch den Großvater erfährt er von einem Technischen Gymnasium. Dort will, dort muss er hin! David nimmt allen Mut zusammen und schreibt eine sehr persönliche Bewerbung. Die Chancen, dass er in der Schule angenommen wird, sind gering und als dann auch noch sein Großvater schwer krank wird, nimmt er sein Leben in die Hand und kämpft für das, was ihm wirklich wichtig ist. Wird David es schaffen und kann ihm sein Großvater dabei vielleicht doch noch helfen?

Das Buch ist kindlich-offen und gleichzeitig anrührend geschrieben. David erzählt in kurzen Sätzen über sich selbst. Sein Großvater gibt ihm das Selbstvertrauen („die Hoffnung“), dass aus ihm doch noch etwas werden kann. „35 Kilo Hoffnung“ ist ein gutes Buch . Ermutigend ist es für alle, die es in der Schule vielleicht etwas schwerer haben.  Empfehlenswert für Jugendliche ab 10 Jahren, aber auch für Eltern und Großeltern.

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